Trainingslager Toskana 2015

Während sich in Deutschland das Sturmtief Niklas austobte und Outdoor-Aktivitäten wohl weitestgehendst unterband, war ich mit den U15/U17/U19- und U23-Fahrern/-innen und einigen Triathleten des RSC AUTO BROSCH Kempten in der Karwoche zum Radfahren in der Toskana. Bestens untergebracht im Hotel Marinetta in Marina die Bibbona direkt am Meer hatten wir eine tolle Woche mit Top-Wetter. Meistens war ich mit den Älteren unterwegs, aber besonders gefreut hat mich, dass unsere U15- und U17-Fahrer sehr große Fortschritte in allen Belangen, insbesondere Fahrtechnik und Kondition gemacht haben. :-)

Leistungsdiagnostik 2015

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Ziemlich genau ein Jahr nach meiner letzten Leistungsdiagnostik stand heute wieder eine an. Wieder bei Markus Weber und Manfred Günther vom Diagnostikzentrum Kempten, deren Kompetenz mich schon beim letzten Mal überzeugt hat. Nachdem ich beim Radtraining seitdem nur wenig verändert habe, aber dafür zusätzlich zweimal wöchentlich Kraftausdauereinheiten hauptsächlich für Arme und Rumpf im f+p medical.fitness club absolviere, war ich gespannt, ob sich das irgendwie ausgewirkt hat, oder ob der körperliche Leistungsabbau in meinem hohen Alter weiter vorangeschritten ist.

Gefahren wurde wieder ein Stufentest auf einem Ergometer beginnend mit 100W und Steigerung alle 3 Minuten um 20W. Die ersten 20 Minuten verliefen noch recht unspektakulär: lockeres Gekurble mit 100er Trittfrequenz, Puls im GA1-Bereich, kaum merkbare Widerstandserhöhungen und regelmäßige Laktat-, Atem- und Blutdrucktests. Dann wurde es aber doch ordentlich schweißtreibend und anstrengend und nach den letzten 3 min mit 340W und Puls 177 war Schicht im Schacht.

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Das Ergebnis war dann doch etwas überraschend: Die Schwellenleistung ist nicht gesunken, sondern – vmtl. Dank dem Stabitraining – gegenüber dem Vorjahr um 10W auf 303W (4,04W/kg) angestiegen und die übrigen Werte liegen auf fast gleichem Niveau. D. h., die Ausdauerleistung ist noch ein bisschen “exzellenter” geworden, aber anaerob fehlt es nach wie vor. Also Intervalle, Intervalle, Intervalle…

Garmin Virb Elite Test

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Garmin Virb Elite

Ein halbes Jahr lang konnte ich jetzt die Garmin Virb Elite Action Kamera testen. Sie musste gegen meine GoPro Hero 3+ Silver antreten. Die technischen Daten sind ähnlich und für mich nicht so von Bedeutung, da mein Verwendungszweck ausschließlich das Filmen auf dem Rad und anschließende Erstellen von Internetvideos ist. Deshalb gibt es hier keinen Labortest sondern meine Erfahrungen beim praktischen Umgang mit den Kameras zu lesen. Und um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Die GoPro ist für mich nicht zu Unrecht der Marktführer. Was die Bildqualität angeht, kann ich keine gravierenden Unterschiede feststellen. Beide Kameras liefern bei Sonnenschein perfekte Aufnahmen. Bei schlechten bzw. schnell wechselnden Lichtverhältnissen weniger. Die Akkulaufzeiten sind vergleichbar. Mehr als 2,5h Daueraufnahme sind nicht drin. Bei beiden lässt sich der Akku aber einfach wechseln und die Laufzeit mit Zusatz-Akkus beliebig erweitern.

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Garmin Virb Helmhalterung

Die Bedienung und Einstellung ist bei beiden Kameras am Anfang nicht ganz intuitiv und bedarf einiger Eingewöhnungszeit. Befestigt wird die Garmin Virb auf einer Schiene mit einem Schnappverschluss, der sich mit einer Hand bedienen lässt. So ist ein Aufsetzen und Abnehmen der Virb auch während der Fahrt möglich, was sich bei der GoPro schwieriger gestaltet, da dort eine Befestigungsschraube aufgedreht werden muss.
Die Schiene der Virb kann wiederum mit einem kleinen GoPro-kompatiblen Adapter verschraubt werden, so dass die zahlreichen Befestigungsmöglichkeiten der GoPro grundsätzlich auch für die Virb verwendet werden können. Wer nicht die horrenden Preise für die Original-Halterungen der GoPro zahlen will, findet übrigens bei ebay zahlreiche, deutlich preisgünstigere und kompatible Alternativen.
Das Ein- und Ausschalten während der Fahrt gestaltet sich bei der Garmin Virb dank eines großen seitlichen Schiebereglers einfacherer und sicherer als mit dem Einschaltknopf der GoPro. So fühlt man auch während der Fahrt, ob die Virb läuft, während man bei der GoPro auf Piepstöne beim Knopfdrücken achten muss. Allerdings dauert es ca. 30sec bis die Virb die GPS-Signale und die Daten der ggf. verbundenen ANT+ Sensoren gefunden hat und aufzeichnet.

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Über 100g schwerer als die GoPro 3+

Größtes Manko der Garmin Virb sind Bauform und Gewicht. Mit 179g ist sie erheblich schwerer als die GoPro Hero 3+ (71g im Case), was sich insbesondere bei der Helmmontage und Fahrzeiten ab 2 Stunden negativ bemerkbar macht. Das Mehrgewicht spürt man und die Nackenmuskulatur schmerzt deutlich früher als bei der GoPro.
Letztere verwende ich am Helm ohnehin nur mit der Stirnbandhalterung. Die sitzt fest und man bleibt nicht mit der Kamera an einem Ast oder ähnlichem hängen. Diese Montageform an der Vorderkante des Helms ist bei der Garmin Virb aufgrund ihrer länglichen Bauform  nicht möglich. Die vorgesehene Befestigung der Garmin Virb oben auf dem Helm hat den Nachteil, dass die Kamera vor und hinter dem mittigen Befestigungspunkt der Schiene jeweils ein Stück weit übersteht und sich dadurch bei Fahrten auf unebenem Untergrund aufschwingt und unscharfe Aufnahmen liefert. Bei Fahrten auf (glattem) Asphalt tritt das Problem allerdings nicht auf.
Die beliebte GoPro-Brustgurtmontage scheidet bei der Garmin Virb leider komplett aus. Man kann sie zwar mit ein paar Verbindungsstücken auch an den GoPro Brustgurt schrauben, sie steht dann aber so weit vom Oberkörper ab, dass sie permanent wackelt und überhaupt keine brauchbaren Aufnahmen möglich sind. Als Alternative gibt es eine Schulterhalterung für die Garmin Virb, die mir allerdings nicht zur Verfügung stand.

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Eine der Radcomputer-Anzeigen

Punkten kann die Garmin Virb mit dem eingebauten Farb-Display, auf dem man ganz gut erkennen kann, was sie tatsächlich aufnimmt. Das ist sehr praktisch, wenn man eine neue Befestigungsposition am Rad ausprobiert. Ohne optionalen Monitor muss man bei der GoPro 3+ deren kostenlose Handy-Apps für IOS und Android zu Hilfe nehmen und eine entsprechende WiFi-Verbindung einrichten.
Auf dem Lenker oder Vorbau montiert lässt sich die Virb sogar als Radcomputer nutzen, weil man sich statt dem Livebild der Kamera auch Daten wie Geschwindigkeit, Höhe und Strecke oder – sofern entsprechende ANT+ Sensoren gekoppelt sind – Herzfrequenz, Leistung etc. anzeigen lassen kann. Und natürlich lassen sich gespeicherte Videosequenzen ansehen und löschen, was unterwegs recht praktisch ist, da man gleich sehen kann, ob die Aufnahme was geworden ist.
Ein- und ausschalten lässt sich die Garmin Virb übrigens auch über einen Menüpunkt eines gekoppelten Garmin Edge Radcomputers.

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Garmin Virb Edit Video-Bearbeitungs-Software

Alleinstellungsmerkmal und für mich der zur Zeit einzige echte Kaufgrund für die Garmin Virb Elite ist die Möglichkeit, ANT+ Sensoren (Puls, Trittfrequenz, Powermeter etc.) mit ihr zu verbinden und deren Daten anzeigen zu lassen und aufzuzeichen.
Mit der kostenlosen Software Garmin Virb Edit (PC und Mac) kann man diese Daten dann zusätzlich mit GPS-ermittelten Positions- und Bewegungsdaten als Overlays in die Videos einblenden. Eine insbesondere für Aufnahmen bei Wettkämpfen interessante Option (siehe z. B. hier). Leider ist die Garmin Virb Edit Software trotz einiger Updates im Testzeitraum nach wie vor kaum zu gebrauchen. Sie bietet nur rudimentäre Funktionen der Videobearbeitung und stürzt häufig ab. Soweit ich die Overlays nutzen wollte, habe ich die Rohdaten der Garmin Virb in der Garmin Virb Edit Software mit den Overlays versehen, als MP4-Datei exportiert und die eigentliche Videobearbeitung in einer anderen Videobearbeitungssoftware (Magix Video Deluxe) vorgenommen, was umständlich und zeitaufwändig ist. Man kann die Overlays allerdings auch ohne Garmin Virb Kamera verwenden: MP4-Dateien einer anderen Kamera, z. B. einer GoPro lassen sich auch in die Garmin Virb Edit Software einlesen und mit dazugehörigen Datenaufzeichnungen z. B. eines Garmin Edge Radcomputers kombinieren.

Fazit: Für Videoaufnahmen beim Radfahren, insbesondere beim Mountainbiken ist die GoPro für mich die bessere Wahl. Sie ist leichter und bietet mehr Befestigungsmöglichkeiten. Wer keinen Garmin Edge hat und sich Daten wie Geschwindigkeit, Puls, Leistung etc. während der Fahrt und im Video anzeigen lassen möchte, der bekommt mit der Garmin Virb Elite eine leistungsstarke Kamera, die das alles zusätzlich im selben Gerät für weniger Geld ermöglicht.

STRAVA Segmente auf dem Garmin Edge 810

Mit dem jüngsten Firmware-Update auf die Version 3.40 hat Garmin dem Edge 810 u. a. die bislang seinem größeren Bruder Edge 1000 vorbehaltene Segment-Funktion spendiert. Hauptsächlich gedacht für die bislang wenig angenommenen Garmin eigenen Segmente lässt sich der Edge 810 aber auch mit den weitaus populäreren STRAVA-Segmenten bestücken. Das ging vorher über die Streckenfunktion und den Virtuellen Partner auch schon, aber jetzt ist es etwas einfacher und praktischer geworden:

Auf dieser Seite lässt sich über die Eingabe des STRAVA-Segment-Links eine FIT-Datei erzeugen. Kopiert man diese auf den Edge 810 in das Garmin/NewFiles-Verzeichnis erscheint sie nach dem nächsten Neustart des Geräts im Menü Dateiordner unter dem neuen Punkt “Segments”. Dort kann man Karte, Höhenprofil und Bestzeit des KOM-Leaders betrachten und das Segment aktivieren.

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Bild 1

Nähert man sich unterwegs dem Startpunkt eines aktivierten Segments, bekommt man 150 Meter vorher automatisch einen entsprechenden Hinweis (Bild 1) mit Kartenansicht, markiertem Startpunkt (grauer Pfeil), (grün) markierter Segmentstrecke, Länge des Segments und der zu schlagenden Bestzeit. Erreicht man den Startpunkt startet die KOM-Jagd automatisch. :-)

Bild 2

Bild 2

Die eigene Position wird als blauer Pfeil dargestellt, die des KOM-Leaders als grauen Pfeil. Zusätzlich wird die Restdistanz des Segments und der Zeitvorsprung oder -rückstand zur Bestzeit angezeigt. Man fährt also in virtueller Echtzeit gegen die Bestzeit und hat dabei sowohl die Streckenführung als auch die aktuelle Zeitdifferenz vor Augen.
Je nachdem. ob man am Ende schneller oder langsamer war, bekommt man eine entsprechende Gewinnmeldung oder den Hinweis, dass der virtuelle Partner das Segment bereits absolviert hat. Abbrechen lässt sich die Anzeige über den roten Button mit dem weißen X. Verlässt man die Segmentstrecke wird die Anzeige automatisch beendet.

Viel Spaß beim Ausprobieren, aber nehmt mir nicht alle meine KOMs ab. Hab nur noch 156… ;-)

Update: Mit dem Edge 510 soll es auch funktionieren. @t_al hat mir netterweise folgende Screenshots zur Verfügung gestellt:

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