Specialized Camber Evo 29 2015

Das alte Bergamont Fastlane Team für die Gattin umgerüstet und plötzlich stand ich ohne Fully da. Geht ja gar nicht. Bergauf werd ich eh immer langsamer, also muss als Ersatz ein Bike her, das wenigstens bergab Spaß bereitet. Außerdem lautet die velominati Bike Rule #12: “While the minimum number of bikes one should own is three, the correct number is n+1, where n is the number of bikes currently owned. This equation may also be re-written as s-1, where s is the number of bikes owned that would result in separation from your partner.”
Die Referenz für MTBs in Kempten und näherer Umgebung ist Andy Fuß von Andys Bikes & Parts in Sulzberg, wo man regelmäßig die Local Heros antrifft, und kurioserweise deckte sich seine Empfehlung mit dem Bike, das ich mir von den Specs schon ausgeguckt hatte: ein Specialized Camber Evo 29 2015. Nach einem Wheeler 4500 als meinem ersten Mountainbike besaß ich Anfang der 90er schon ein Specialized Rockhopper und danach zwei Stumpjumper, Top-Bikes, die mich nie im Stich ließen. Back to the roots also.
Die Hersteller-Beschreibung des Camber ist vielversprechend: “..ein potentes Trail-Bike mit M5 Aluminium-Rahmen und 120mm Federweg vorne wie hinten. Die RockShox Reba Federgabel, die aggressiven Reifen und die hydraulischen Shimano Deore Scheibenbremsen machen dieses Camber zu einem leistungsstarken Bike mit hohem Spaßfaktor auf anspruchsvollen Trails und Abfahrten.”

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Und tatsächlich ist die Beschreibung nicht übertrieben. Nach den ersten Ausfahrten kann ich nur sagen, dass das Bike für meine Fahrkünste (noch) absolut überdimensioniert ist. Das Teil ist für ein 29er-Bike extrem wendig, liegt wie ein Brett auf ruppigen, wurzligen oder steinigen Abfahrten und zieht wie auf Schienen durch die Kurven.
Ok, bergauf gewöhnt man sich bei 12,9 kg Gesamtgewicht (Rahmengröße L mit Shimano XT-Pedalen nach Umrüstung auf Tubeless: Ventile liegen bei, Felgenband ist bereits eingezogen) an einen bescheidenen Vortrieb, wobei man Dank 22er Kettenblatt eigentlich überall hinaufkommt, aber bergab gibt’s Dauergrinsen gratis. Der Vorderreifen Specialized Butcher 2.3 (830g) macht seinem Namen alle Ehre und hackt jedes Hindernis klein. Am Hinterrad sorgt der Specialized Ground Control 2.3 (710g) für Traktion ohne Ende. Das einige, was ich bislang vermisst habe, ist eine Blockierung der Gabel. Wo der Fox CTD Dämpfer in der “C-Einstellung” fast vollständig blockiert, taucht die RockShox Reba im Wiegetritt auch in der “locked”-Position doch deutlich ein. Ist aber nicht weiter schlimm, muss man seinen Fahrstil halt entsprechend anpassen.
Die Austattung des Bikes ist Specialized-typisch buntgemischt. Bislang hab ich lediglich den etwas harten Original-Sattel (266g) gegen einen Selle Italia SLR Race (226g) getauscht. Die soliden und extra-breiten Roval-Laufräder und Reifen bieten neben der schweren SRAM-PG-1030 Kassette weiteres Tuningpotential.
Wer ein tourentaugliches Spaßbike für anspruchsvolle Abfahrten sucht, liegt hier absolut richtig. :-)

DM MTB Justiz 2014 in Rhens

kuehn-Rhens-2014-300Aller guten Dinge sind drei. Drittes Saisonrennen und diesmal ganz oben auf dem Treppchen gelandet. :-)
Zum 6. Mal veranstaltete die SIG LABOR KOBLENZ im Rahmen des Rhein Hunsrück MTB Marathons am 22.06.2014 in Rhens bei Koblenz die Deutsche MTB-Meisterschaft für Justizangehörige. Wir durften in einer kleiner Gruppe von ca. 70 Mann gesondert auf der 50km-Strecke starten. Gleich zu Anfang setzten sich die amtierenden Senioren 1 und 2 Meister Mike Zucht (ASC 09 Dortmund) und Stefan Megele (VC Lechhausen) ab. Mir war vorher schon klar, dass ich deren Tempo nicht mitgehen kann und konzentrierte mich deshalb auf die Konkurrenten meiner Altersklasse in der ersten Verfolgergruppe. Das Tempo war mir jedoch schon bald zu lullig und da sich die Beine gut anfühlten, drehte ich zu Beginn des ersten Anstieg mal am Hahn, um zu sehen, wer was drauf hat. Der Titelverteidiger  der Senioren 3 Dietmar Zimmermann (RSC Cottbus Veloteam) konnte noch kurz folgen, musste dann aber reißen lassen und so begann ein 45 Kilometer langes MTB-Einzelzeitfahren. Zucht und Megele (der später wohl Defekt hatte und nicht ins Ziel kam) waren außer Sicht und von hinten kam auch nichts mehr. Dumm nur, dass ich die Strecke nicht kannte und manche Streckenposten noch nicht auf selbigem waren. Jedenfalls gab es einige Situationen, wo ich auf der Suche nach der nächsten Streckenmarkierung etwas unschlüssig dahinrollte. Abgelegt hab ich mich auch mal wieder: Eine Rechtskurve auf einer Wiesenabfahrt kam zu unverhofft. Bike blieb aber heile und dass ich mir dabei ganz schön Schulter und Rippen geprellt hatte, merkte ich zum Glück und dank Rennadrenalin erst später. Die Streckenführung kam mir recht entgegen: außer ein paar kurzen Rampen nur mäßig steile Anstiege und abgesehen von ein paar Spitzkehren technisch einfache und flowige Abfahrten. Fürs Auge gab es zwischendurch ein paar schöne Ausblicke auf den Rhein.

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Nach 2:21:21h kam ich schließlich zwar 12 Minuten hinter Mike Zucht als Rennzweiter aber dafür mit 16 Minuten Vorsprung auf Dietmar Zimmermann als schnellster Fahrer der Seniorenklasse 3 ins Ziel. Im Hauptrennen hätte meine Zeit trotz Alleinfahrt immerhin noch für Platz 3 in derselben Altersklasse gereicht. Bin also voll zufrieden. :-)

Biketreff zum Hauchenberg

Die langen Sommerabende im Juni bieten sich an, mit dem Dienstags-Biketreff des RSC AUTO BROSCH Kempten mal ein paar entferntere schöne Fleckchen des Allgäus anzusteuern. Deshalb ging es gestern abend zu acht zum Hauchenberg, einem gut 1.200m hohen Bergrücken zwischen Missen und dem durch sein Bergbauernmuseum bekannten Diepolz. Nach einer zügigen Anfahrt auf der alten Trasse des “Isny-Bähnles” bis Weitnau wartete als erste Belohnung der Carl-Hirnbein-Weg nach Wilhams, ein Hackschnitzelpfad mit ein paar Sonderprüfungen. Von Wilhams zieht sich eine mitunter recht steile Auffahrt vorbei an der sogenannten Räuberhöhle mit einer garstig steilen Wurzelschiebepassage, auf die Westflanke des Hauchenberghöhenzugs. Dann beginnt ein ewig langer Wald- und Wiesentrail bis zum Aussichtsturm Alpkönigblick, mit tollen Panoramen und schön zu fahren, wenn da nicht gefühlt ca. 100 allgäutypische rote Drehkreuze mittels Absitzen, Bike drüber heben und aufsitzen zu überwinden wären. Warum die da stehen, weis niemand, denn Viehzeug war dort gestern Fehlanzeige.

Musik: Oleg Serkov – First Thing

Franky fuhr sich dann noch einen Schnitt in die Seitenwand des Hinterreifens, den die Milch nicht abdichten konnte. Mittels Not-OP am offenen Gummi kam dann erstmals mein Maxalami-Tool zum Einsatz und der Reifen hielt von einmal Nachpumpen abgesehen bis zum Schluss. Absolute Empfehlung für Tubeless-Fahrer. Der Zwischenfall hatte uns etwas Zeit gekostet und da nicht alle Kollegen mit Licht ausgestattet waren, ging es nach dem Diepolz-Trail im Eilzug-Tempo auf der Strasse zurück nach Hause.

57km / 1.017hm / 2:46h / STRAVA-Link