VirtuGO beta – First look Update

So, die gescheiterte Verknüpfung mit STRAVA hat mir keine Ruhe gelassen, nachdem im VirtuGO Forum darüber nichts zu finden war. Die Lösung: Den Windows 10 Rechner statt als Benutzer als Administrator starten und VirtuGO öffnen. Bei einem Klick auf die STRAVA-Verknüpfung gelangt man dann doch zur entsprechende Authorisierungsseite.
Nachdem nun ein Export der Trainings möglich war, bin ich auch noch die beiden anderen, derzeit verfügbaren Strecken abgefahren: Coll de Soller, ein 6km langer Anstieg mit 370hm und Wallunga Hill mit 22km und 470hm. Die Grafik ist jeweils recht bescheiden und die Fahrten sind ziemlich langweilig. Man kurbelt alleine durch eine trostlose Landschaft ohne große Abwechslung. Der Export zu STRAVA hat nun zwar funktioniert, aber es werden keine Höhenmeter ausgewiesen. Das ist ein großer Minuspunkt, der hoffentlich bald behoben wird.
Derzeit kann VirtuGO in keinem Punkt mit Zwift mithalten. Man darf gespannt sein, was sich VirtuGO einfallen lässt, um konkurrenzfähig zu werden.

VirtuGO beta – First look

Ein weiterer Zwift-Konkurrent steht in den Startlöchern: VirtuGO ist für Beta-Tester auf Windows/MacOS verfügbar und sieht wie Zwift aus: Ein animierter Avatar fährt mit den eigenen Leistungswerten durch eine virtuelle Umgebung.
Installation und Pairing über ANT+ mit Smart-Trainer, Powermeter und Herzfrequenz-Brustgurt verliefen reibungslos. Aktuell gibt es drei verschiedene Strecken, eine davon, den sog. VirtuGO-Rundkurs bin ich heute gefahren. 7,7km mit drei kleinen Hügeln, zwei Berg- und einer Sprintwertung. Die Grafik ist ganz nett, aber nicht so detailreich wie auf Zwift. Den eigenen Avatar kann man in beschränktem Umfang konfigurieren, aber auch hier bietet Zwift weitaus mehr Möglichkeiten und einen schöneren „Look“. Außer mir waren wohl noch ein halbes Dutzend anderer Fahrer auf dem Kurs, aber die meiste Zeit fuhr ich völlig alleine durch die Gegend. Ob es eine Windschattenunterstützung wie auf Zwift gibt, konnte ich nicht feststellen. Ähnlich wie bei Zwift werden auf den Sprint- und Bergsegmenten die aktuellen Tages- und Gesamt-Bestlisten angezeigt. Die Segmente werden optisch angekündigt und mit Entfernungsschildern und einem Zielbogen auf der Strecke dargestellt.
Auf der Startseite wird zwar eine Option zur Verbindung mit STRAVA angezeigt, ein Klick darauf bewirkte bei mir aber nichts. Andere Export-Funktionen gibt es derzeit nicht und der Ride wird auch nicht lokal auf dem Rechner gespeichert. Man bekommt zwar eine kleine Auswertung mit den üblichen Leistungsdaten im Programm selber, aber exportieren lassen sie sich nicht (außer die Verbindung zu STRAVA funktioniert). Das ist für einen Daten-Junkie wie mich derzeit ein großer Minus-Punkt. Was mich auch stört ist der Umstand, dass VirtuGO unter Windows 10 als Administrator gestartet werden muss.

VirtuGO wird es schwer haben, ein ernsthafter Konkurrent für Zwift zu werden.  Allen gelegentlichen Unzulänglichkeiten zum Trotz hat Zwift die Messlatte für Indoor-Training schon gewaltig hoch gelegt. Klar, VirtuGO ist noch beta, aber ich kann derzeit kein Alleinstellungsmerkmal von VirtuGO erkennen. Man wird die weitere Entwicklung und letztendlich auch die Preispolitik von VirtuGO beobachten müssen. Derzeit sieht es aber noch nicht so aus, als ob es eine Alternative zu Zwift werden könnte.

Update vom 15.03.2018

Update vom 05.04.2018

Dauertest CUBE LITENING C:62 Race Disc – 1.000km

So, die ersten 1.000km sind durch, genauer gesagt 1.044km mit 12.126hm. Hat etwas länger gedauert, weil sich im Februar ein Draußen-Fahren im Allgäu wegen permanentem Wechsel von Schnee, Eis und Regen nicht aufgedrängt hat. Zu berichten gibt es eigentlich nicht viel. Das Rad läuft problemlos. Einziger Defekt bislang war heute nach 950km ein Platten hinten, weil sich ein gemeiner Metallspan in Mantel und Schlauch gebohrt hat. Dafür kann das Rad aber nix. Die Steckachse hinten hat keinen Schnellspanner, d.h. man braucht zum Radausbau einen 6er-Innensechskant, aber den habe ich am Multitool ohnehin immer dabei. Die Di2 habe ich nach wie vor im Semi-Shift-Modus eingestellt und komme damit gut zu Recht. Der Di2-Akku hat laut Anzeige am Garmin Edge 1000 aktuell noch 50% Kapazität. Die Scheibenbremsen möchte ich nicht mehr missen. Macht einfach mehr Spaß, weniger, später und kräftiger bremsen zu können. 🙂

Update 31.03.2018: 1.810km

Teamtraining am 04.03.2018

Der Winter 2017/2018 meinte es bislang nicht gut mit den Radfahrern im Allgäu. Ein ständiger Wechsel von Schnee, Regen und Temperaturen bis zu -20 Grad lies kein regelmäßiges Training auf der Strasse zu. Jetzt, Anfang März, ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Temperaturen über dem Gefrierpunkt und schnee- und eisfreie Strassen. Ideal für ein lockeres RSC AUTO BROSCH Kempten – Teamtraining heute, wobei „locker“ relativ zu sehen war: ein A-Fahrer, ein B-Fahrer, eine U-23-Hoffnung, ein U19-Fahrer und ein Hobbyfahrer schlugen neben meiner Wenigkeit am Treffpunkt beim Hauptsponsor Autohaus Brosch auf. Alle natürlich auf Rennrädern und ich war der Einzige mit einem 11-Kilo schweren Crosser mit Stollenreifen. Egal, bei Kaiserwetter und einem traumhaften Panorama auf die tief verschneiten Allgäuer Berge lief es ganz ordentlich. 🙂

Zwift National Championships

Zwift, die führende Plattform für Indoor-Radfahren hatte heute erstmals zu den Nationalen Meisterschaften aufgerufen. In den 15 Ländern mit den meisten Zwift-Mitgliedern wurde der Landesmeistertitel ausgefahren. Die Sieger/innen dürfen ihrem Zwift-Avatar ein Jahr lang ein spezielles Meistertrikot in Landesfarben überstreifen. Knapp 300 Starter aus Deutschland gingen um 10.30 Uhr auf die 3 Watopia Volcano Climb Runden über insgesamt 68km und 600hm.

Meine Befürchtung, dass hier unbekannte Wattmonster mit unrealistischen Leistungswerten aufschlagen würden, bestätigten sich zum Glück im Wesentlichen nicht. Der Start verlief zwar wie erwartet heftig (1 Minute „Fullgazzz“), danach bildete sich aber eine ca. 50-köpfige Spitzengruppe, die ein gleichmäßiges Tempo anschlug, was mir altem Mann sehr entgegen kam. Über den ersten Volcano Climb konnte ich mich Dank eines „Feather Power Up“ in 6:37min in der dann auf etwa 20 Fahrer geschrumpften Spitze halten. Die Gruppe  blieb zusammen, fuhr schön gleichmäßig und auch im zweiten Volcano Anstieg (6:46min) konnte ich dranbleiben. Wir hatten mittlerweile einen Vorsprung von über 3 Minuten auf die ersten Verfolger und es war klar, dass die Gruppe nicht mehr eingeholt werden würde. Genauso klar war mir, dass eine Vorentscheidung im dritten Vulcano Climb fallen und mein Schicksal dort besiegelt werden würde.

Mir waren nur wenige Fahrer aus der Spitzengruppe bekannt: Zu allererst natürlich mein VISION-Teamkollege Johannes Herrmann aus Lindenberg im Allgäu, der 2015 und 2016 für mein IRL-Team RSC AUTO BROSCH Kempten fuhr, ein junger, sehr starker A-Fahrer und mein Favorit für das Rennen. Mit dabei waren auch Thomas Jendrusch von den RuhrRiders und Topias Thomsen vom Team WBR, beides bekannte, erfahrene und erfolgreiche Rennfahrer auf Zwift.

Wie befürchtet zog das Tempo im dritten Volcano Climb an und ich konnte die Pace der jungen Burschen an der Spitze nicht halten. Mit einer Zeit von 7:16min ging ich abgeschlagen als 16ter über den KOM. Die Position konnte ich bis ins Ziel halten und nach ein paar DQs wegen ZADA, ZP und fehlendem HRM fiel am Ende nach einer Fahrzeit von 1:33:47h ein 13ter Platz ab. Damit bin ich dafür, dass es keine Altersklassen-Wertung gab, ganz zufrieden. 🙂 Deutscher Meister wurde nach der nun (04.03.2018) offiziellen Wertung Johannes Herrmann vor Thomas Jendrusch und Sven Dunker. Herzlichen Glückwunsch!

P.S.: Interessante Gewichtsentwicklung bei dem Fünftplatzierten „HS“ (https://www.zwiftpower.com/profile.php?z=68344):
77kg bis 15.04.2017,
70kg ab 22.04.2017 bis 03.08.2017,
67kg ab 22.08.2017 bis 12.09.2017,
60kg ab 05.10.2017 bis 02.11.2017 und
65kg ab 06.11.2017.
Da kann man nur sagen: Trag Deinen echten Namen und Dein echtes Gewicht ein oder verschwinde aus den Zwift-Rennen.

Elite Quick-Motion Rollers

Winterzeit – Rollenzeit. Fahren auf der Rolle boomt derzeit, insbesondere Dank dem Erfolg der Zwift-Software. Die meisten benützen einen Trainer, bei dem der Hinterbau des Rads fixiert wird. Damit steht das Rad stabil, umfallen ist ausgeschlossen. Ursprünglich gab es nur sog. freie Rollentrainer: zwei Rollen, zwischen denen das Hinterrad lief und die mit einem Gummi-Riemen mit einer dritten Rolle für das Vorderrad verbunden waren. So habe ich zu meiner aktiven Zeit in den 80ern im Winter trainiert. Solche Rollen gibt es nach wie vor und obwohl ich auf Zwift und Rouvy bislang ausschließlich die Direct-Drive-Trainer Wahoo Kickr und Tacx Neo gefahren bin, habe ich die freie Rolle in Gestalt der Elite Quick-Motion wieder entdeckt.

Vorteile: Die Rolle ist mit derzeit unter 300,- EUR (Marktpreis)  erschwinglich,  lässt sich auf diverse Radstände einstellen, benötigt weder Strom noch Internet und lässt sich in Sekundenschnelle überall auf- und abbauen und wieder auf ein handliches Packmaß (45 x 52 x 30 cm bei 11,5kg) zusammenklappen. Außerdem kann man jedes Bike darauf stellen ohne sich um Ritzelanzahl, Achssystem etc. Gedanken machen zu müssen. Mangels Fixierung schult die freie Rolle das Gleichgewichtsgefühl und stärkt die Muskulatur, die dafür notwendig ist. Die Geräuschkulisse ist auch bei höheren Intensitäten bescheiden. Wie sich die Elite Quick-Motion zusammenklappen lässt, zeigt nachstehendes Hersteller-Video und es geht tatsächlich sehr schnell: Schalter umlegen, Rändelschraube lösen und vordere Rolle auf die hinteren Rollen umklappen.

Nachteile: Für Anfänger kann das Fahren auf der freien Rolle durchaus herausfordernd sein, da es eine weitaus höhere Konzentration erfordert als eine fixierte Rolle. Am Anfang empfiehlt es sich, die Rolle in einem Türrahmen o. ä. aufzubauen, damit man sich auf beiden Seiten abstützen kann. Außerdem ist es deutlich schwieriger, verschiedene Trainingssituationen (Wiegetritt, Sprints, Widerstandsänderungen, freihändig Fahren, etc.) zu simulieren. Rennen fahren auf Zwift ist mit einer freien Rolle nicht wirklich sinnvoll: es fehlt die Widerstandsänderung je nach Streckenprofil und man kann nur schwer auf Rennsituationen reagieren. In erster Linie hat man genug damit zu tun, sich auf dem Rad zu halten…

Die Elite Quick-Motion Rolle relativiert einige Nachteile der freien Rolle. Zum einen bewegt sie sich beim Fahren je nach Trittleistung etwas nach vorne und hinten und sorgt damit somit für ein sehr realistisches Fahrgefühl. Zum anderen sind die Rollen „parabol“ geformt, d.h. der Durchmesser nimmt an den Enden zu, so dass man von dort wieder zurück in die Mitte der Rollen geführt wird, und der Widerstand der Rolle lässt sich auf drei Stufen einstellen:
Stufe 1 ist für ein Rekom- / Grundlagentraining geeignet, Stufe 2 für ein GA1/GA2-Training und auf Stufe 3 muss man schon kräftig treten, um die Rollen in Bewegung zu halten. Für Maximalleistungen jenseits 500 Watt ist die Rolle weniger geeignet. Ist mir zumindest zu gefährlich. Leider lässt sich der Widerstand nicht während der Fahrt ändern.

Ich fahre mit einem Pedal-Powermeter auf der  Rolle und damit ist die Verwendung von  Zwift, Rouvy, etc. kein Problem. Alternativ kann man die Rolle mit dem Elite Misuro B+ Sensor (Straßenpreis ca. 50,- EUR) verbinden und Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Leistung per Bluetooth oder Ant+ Standard auslesen. Empfehlen kann ich diese Art der Leistungs-Messung aber nicht. Obwohl Elite mit der Zwift-Kompabilität der Quick-Motion Rolle wirbt, lassen sich der Anleitung des Misuro B+ Sensors keine Einstellungshinweise für diese Rolle entnehmen. Nach zahlreichen Versuchen unter Vergleich mit den Werten der Favero Assioma PM-Pedalen hat sich die Einstellung 8 des Misuro B+ bei Widerstandsstufe 2 der Quick-Motion als am realistischsten herausgestellte. Alle anderen Einstellungen wiesen viel zu hohe Leistungswerte auf.

Mit der My E-Training App bietet Elite eine kostenlose App für IOS und Android an, mit der sich verschiedenste Trainingsprogramme abfahren und alle relevanten Daten aufzeichnen und exportieren lassen. Eine erweiterte Desktop-Software für Windows und MacOS ist kostenpflichtig.

Mir gefällt die Elite Quick-Motion. Sie bringt Abwechslung in das Rollentraining, lässt sich flexibel benutzen und ist für das Gebotene ihr Geld wert.

Edit vom 27.10.18: Misuro B+ Sensor Setup

Rouvy Indoor Cycling

Trotz all der Zwift-Hype, die derzeit grassiert, lohnt sich ein Blick auf alternative Indoor-Trainingssoftware, z. B. Rouvy. Hier fährt man nicht in virtuellen Welten, sondern per Video echte Strecken nach, wobei das Video so schnell oder langsam abläuft, wie man selbst tritt. Bei Verwendung eines Smart-Trainers passt sich der Widerstand wie bei Zwift dem Gelände an. Die errechneten Geschwindigkeiten kommen dem Fahrerlebnis draußen recht nahe, nur die abrupten Änderungen beim Steigungswechsel könnten etwas harmonischer sein.

Vorteil: Man sieht und fährt Strecken, die man vielleicht schon mal gefahren ist, fahren will, oder die man sich anschauen will, ohne dorthin reisen zu müssen. Die meisten Klassiker wie Alp d’Huez, das Stilfser Joch oder die Sella-Runde können so von zu Hause aus erkundet werden. Man kann auch eigene Strecken erstellen – mit eigenen GPS-Daten und eigenen Videoaufnahmen. Über 1.500 Strecken (nicht alle mit Video) stehen aktuell zur Auswahl und es werden täglich mehr. Auch dutzende von Workouts sind verfügbar, darunter solche für die legendären Sufferfest-Videos oder von Hunter Allens Peak Coaching Group.

Nachteil: Der „Game“-Effekt von Zwift fehlt. Es gibt keine Avatare, keine Materialauswahl, keine Leadertrikots und keine Powerups. Man fährt grundsätzlich alleine. Windschattenfahren entfällt. Man kann sich zwar im „Rennmodus“ mit Zeiten anderer Rouvy-Nutzer messen und bei (sehr schwach besuchten) Online-Rennen in Echtzeit gegen andere Rouvy-Nutzer antreten, mit dem sozialen Aspekt von Zwift (Chatten, Gruppen-Ausfahrten, Team-Events, Rennen etc.) kann Rouvy aber bei Weitem nicht mithalten.

Dafür gibt es ein Trainingstagebuch, in welches auch andere Einheiten außerhalb von Rouvy geladen werden können, einen Karrieremodus und permanente Challenges mit Gewinnspielen. Z. B. wird derzeit ein Wahoo Kickr mit der Wahoo Climb Erweiterung verlost. Eine ausführliche Analyse der Trainingsdaten ist ebenso enthalten wie der (auf Wunsch) automatische Export zu anderen Trainingsplattformen wie STRAVA oder TrainingPeaks.

So sieht die umfangreiche Auswertung einer Fahrt aus:

Was Rouvy für mich interessant macht, ist die Möglichkeit, richtig lange Anstiege (Pässe) nachzufahren. Zwift hat derzeit nur den Radio-Tower-Climb mit schlappen 550 Höhenmetern zu bieten. Und es ist durchaus reizvoll, prominente Strecken zu erkunden, die man noch nicht kennt, bzw. auf die man sich für ein Event „in real life“ vorbereiten möchte. Train on Rouvy, race on Zwift. 😉

Rouvy kostet derzeit mindestens 8 EUR monatlich und ist verfügbar für Windows-PC, IOS und Android. Es kann zwei Wochen lang gratis ausprobiert werden. Für das Gebotene, insbesondere die zahlreichen Strecken-Videos, ein m. E. angemessener Preis.

Dauertest CUBE LITENING C:62 Race Disc – Erster Eindruck

Seit 4 Tagen fahre ich ein CUBE LITENING C:62 Race Disc 2018er Rennrad. Carbon-Rahmen mit Race-Geometrie, kompletter Ultegra 8000er Ausstattung mit Scheibenbremsen und elektronischer Schaltung und Newmen Laufrädern und Anbauteilen. Der Listenpreis von 3.799 EUR ist für das Gebotene eine klare Kampfansage an die Versender-Bikes von Canyon und Co. und umso gespannter bin ich, wie sich das Teil in der Praxis bewährt.
Mit zwei CUBE-Plastikflaschenhaltern und Favero Assioma Pedalen kommt das Rad in Rahmenhöhe 56 auf ein Fahrgewicht von respektablen 7,7kg. Nach den ersten 370km und 3.750hm ist der Fahreindruck positiv. Dank dünner Sattelstreben, Carbon-Sattelstütze und Carbon-Lenker federt das Rad leichte Unebenheiten gut weg, im Wiegetritt klettert es dank massivem Tretlagergehäuse und leichten Laufrädern behende und es lässt sich flott um die Ecken steuern. Die Scheibenbremsen sind genial und erhöhen den Fahrspaß enorm. Man traut sich einfach viel später und viel stärker zu bremsen, so dass man bergab und um enge Kurven tatsächlich schneller unterwegs ist. Bergauf mag das Mehrgewicht der Scheibenbremsen gegenüber Felgenbremsen diesen Vorteil wieder ausgleichen, aber als Spaßfahrer ist mir das egal. Ein Einbremsen war übrigens nicht notwendig und die Scheiben (verbaut sind sogar Dura-Ace Scheiben) laufen bis jetzt geräuschlos.
Scheibenbremsen kannte ich ja vom MTB und zuletzt vom Crosser schon länger, die elektronische Di2-Schaltung ist dagegen absolutes Neuland für mich. Und sie gefällt. Ich stelle fest, dass ich öfter schalte als bisher und damit weniger Unterschiede in der Trittfrequenz habe. Das Herunterschalten auf ein kleineres Ritzel geht gefühlsmäßig kaum schneller von Statten als bei einer mechanischen Schaltung, das Heraufschalten und vor Allem der Kettenblattwechsel sehr wohl. Die 2018er Di2-Ultegra-Schalthebel haben zusätzlich Druckknöpfe in den Höckern verbaut, die sich in meiner Lieblings-Lenkerhaltung ganz einfach mit einem kleinen Daumendruck bedienen lassen. Einfacher geht ein Ritzelwechsel nicht.  Ich habe mir noch die winzige, nicht serienmäßige „Shimano Wireless Unit EW-WU111“ verbaut, die eine drahtlose Steuerung und Auswertung der Schaltung über Bluetooth oder ANT+ ermöglicht. Mittels einer kostenlosen App für IOS und Android, kann die Schaltung beliebig programmiert werden und Schaltfunktionen lassen sich auf einem kompatiblen Bike-Computer, z.B. einem Garmin Edge oder dem Wahoo Elemnt anzeigen. Ich habe mir auf dem Elemnt Bolt ein Datenfeld angelegt, das mir optisch anzeigt, auf welchem Ritzel und welchem Kettenblatt ich mich befinde. Runterschauen zur Kassette entfällt seitdem. Eine kleine Schrecksekunde gab es nach der ersten Fahrt, als ich die Firmware des EW-WU111 über die App aktualisieren wollte. Das Update brach ab und die Schaltung tat keinen Muckser mehr. Ein Ab- und Wiederanstecken aller Teile (Schalthebel, Umwerfer und Schaltwerk) erweckte das System wieder zum Leben und das Update lief dann problemlos durch.
Ein Feature der aktuellen Di2-Schaltgruppen ist das Synchroshifting bzw. Semi-Synchroshifting. Neben der Standardeinstellung, in der jeder Ritzel- bzw. Kettenblattwechsel manuell angestoßen werden muss, erlauben diese Modi eine Art Automatik. Derzeit fahre ich im Semi-Synchroshifting Modus der Folgendes bewirkt: Schalte ich vom großen auf das kleine Kettenblatt, schaltet das Schaltwerk automatisch zwei Ritzel herunter, schalte ich vom kleinen auf das große Kettenblatt zwei Ritzel herauf. D. h. die Automatik übernimmt zwei Schaltvorgänge, die ich in der Regel sowieso machen würde. Die „Vollautomatik“, die das Kettenblatt automatisch wechselt, wenn ich auf das zweitgrößte oder -kleinste Ritzel schalte, habe ich noch nicht ausprobiert.
Der Rest des Rads arbeitet bislang unauffällig mit Ausnahme des Freilaufs der Newmen-Nabe. Der produziert ein knackig-lautes Klacken. So wissen die Jungs vor mir zwar, dass der Alte im Windschatten die Füsse hochlegt, dafür wird man vom Fußvolk aber auch ohne zu klingeln gehört. 😉  Fortsetzung folgt.

Update 11.03.2018: 1.000km

Update 31.03.2018: 1.810km

Zwift Veteran Standard League

So realistisch der Race-Modus auf Zwift auch umgesetzt ist, in einem unterscheiden sich die meisten virtuellen von den echten Wettbewerben deutlich: es zählt nur der Leistungswert Watt/Kg, das Alter spielt keine Rolle. Da ist man als buckliger Tattergreis doch deutlich im Nachteil gegenüber den jungen Burschen. Allerdings gibt es drei Ausnahmen: Die ZHR Masters Rennen mit abgestuften Altersklassen ab 30, die BRT Ages Races mit altersabhängige gestaffelten Startzeiten und im Rahmen der Sporting Course Time Trial (SCTT) Serie die „Veteran Standard League“, 8 Einzelzeitfahren für Damen und Herren ab 40, von denen die besten 5 Ergebnisse für die Gesamtwertung zählen. Das Besondere daran ist, dass man einen von Streckenlänge und Alter abhängigen Zeitbonus oder -malus bekommt. Die Berechnung erfolgt nach den Regeln der Veterans Time Trial Association (VTTA). Auf einer Distanz von 10km sind es z. B. 40sec, die ich als 54-jähriger gegenüber einem 40-jährigen gutgeschrieben bekomme. Das ist ganz ordentlich und sogar soviel, dass ich derzeit in dieser Serie in Führung liege. Dazu war gestern allerdings eine Nachtschicht notwendig, denn der geplante Start im Donnerstags-Abendrennen um 18.30 Uhr fiel einem Stromausfall 8 Minuten vor Beginn zum Opfer, so dass ich ersatzweise in die amerikanische Zeitzone ausweichen und das verwaiste Rennen um 3.45 Uhr morgens fahren musste. Hatte zwar den Vorteil, dass ich die Zeiten meiner Konkurrenten aus dem Europa-Rennen schon kannte, hart war es aber trotzdem.

ZwiftQuest is back!

ZwiftQuest, die virtuelle Schnitzeljagd auf Zwift, ist wieder da. Die Regeln klingen einfach: Man muss so schnell wie möglich von einem festgelegten Startpunkt zu einem festgelegten Endpunkt fahren und dabei einige vorgegebene Punkte irgendwo auf Watopia, London oder Richmond passieren. Die Reihenfolge ist beliebig, d. h. man muss sich die Strecke am besten vorher selbst zurechtlegen und unterwegs manuell abbiegen (gar nicht so einfach unter Maximalpuls), denn natürlich liegen die Punkte nicht alle auf einer der Standardstrecken. Witzige Sache, die nicht nur Bein- sondern auch ein bisschen Kopfarbeit verlangt. Die Quests laufen immer über ein paar Tage und man kann sie fahren wann und wie oft man will. Die aktuelle Quest läuft noch bis zum 07.01.2018. Für die Teilnahme sind ein verknüpfter STRAVA-Account und ein vorgegebener Hashtag erforderlich. Probiert es aus!