So mittlerweile kenne ich ja fast alle fahrbaren Wege im Oberallgäu, aber es gibt immer noch ein paar weiße Flecken auf der Karte. Deshalb traf ich mich heute (mal wieder bei Kaiserwetter
) mit Markus (“Mountain-Mike”), einem Sonthofener Local, Ex Univega-Teamfahrer und Mountainbiker der ersten Stunde, der beruflich wieder ins Allgäu zurückgekehrt ist. Seine ersten Tourenvorschläge quittierte ich zwar allesamt mit einem “Kenn ich schon”, aber dann fand er doch noch ein paar schöne neue Wege für mich.
Zum Warmfahren ging es erstmal bis zu 26% steil den Mittagberg hinauf und dann hinüber zum Bärenköpfle. In der Abfahrt bogen wir rechts Richtung Wiesach ab und von der Ornachalpe auf einen tollen Wald-Trail hinunter ins Gunzesrieder Tal. Über das Ostertal ging es dann hoch zur Mitteralple, weiter zur Oberalpe und von dort auf einem lange Wiesen-, Karren- und Alpweg-Trail hinunter nach Gunzesried. Eine sehr schöne und kurzweilige Runde. Auf der Heimfahrt erfrischten mich dann noch ein paar kleine Regentropfen, aber den aufziehenden Unwettern konnte ich noch davon fahren.
6:00h | 100km | 2.298hm
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Siplingerkopf
MTB-Rundtouren ohne Schiebestrecken in alpinem Gelände sind im Allgäu selten. Eine davon führt über die Nagelfluhkette unterhalb des Siplingerkopfs (1.745m) vorbei.
Nach 1 Stunde Anrollen über die alte B19 ging es hinter Blaichach hoch ins Gunzesrieder Tal. Nach Gunzesried Säge zweigt links die asphaltierte Fahrstrasse hinauf zur Höllritzer Alpe (1.443m) ab. Dort oben war der Senn gerade damit beschäftigt, die Schellen der Rinder vom vorgestrigen Viehscheid mit Kernseife zu schrubben.
Ca. 100m vor der Alpe zweigt rechts der Höhenweg zur Oberen Wilhelmine Alpe (1.489m) ab, die mitten in einem fantastischen Bergpanorama liegt. Auf einem zunächt schottrigen und später geteertem Weglein ging es hinunter nach Balderschwang und ein Stück auf der Hauptstrasse in Richtung Riedbergpass. Unmittelbar vor der eigentlichen Steigung bog ich nach rechts auf einen Forstweg ab, der in abgeschiedener Gegend zunächt mäßig und am Ende garstig steil mit zwei Rampen jenseits der 20% zur Alpe Dinjörgen (1.280m) führt. Dort beginnt ein Teersträsschen durchs Lochbachtal, das einen in rauschender Fahrt, am Ende mit ein paar Kehren, zur Verbindungsstrasse zwischen Obermaiselstein und Tiefenbach bringt. Heim ging es ein Stück auf dem Illerradweg und dann auf dem Anfahrtsweg zurück. 4:52h 103km 1.659hm

Siplingerkopf
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Von Gunzesried über die Hörnerkette nach Rohrmoos
Das strahlende Sommerwetter lud heute zu einer Nord-Süd Befahrung der Hörnerkette ein. Nach 25km Einrollen wartete hinter Ettensberg die erste knackige Steigung, aber es kam noch viel dicker…
Nach ein paar Kilometern durchs Gunzesrieder Tal ging es links weg ins stille Ostertal:
Unscheinbar zweigt im hinteren Tal ein Asphaltsträsschen (Achtung Betretungsverbot vom 1.11. bis 15.5.) Richtung Rangiswanger Horn ab, das sich über 300 Höhenmeter meist mäßig steil bis zur Mitteralpe hoch schraubt.
Hinter der Alpe endet der Asphalt und es geht auf und ab bis zur Oberalpe. Ab dort wird der Karrenweg immer steiniger und steiler, bis ich in einem Waldstück vom Rad musste. In diesem Moment zeigte der Steigungsmesser des Garmin Edge 705 sage und schreibe 30% an! Nach kurzer Schiebepassage ging es weiter Richtung Rangiswanger Alpe. Dort traf ich einen schweizer Biker, der am zweiten Tag seiner 10-Tagestour ins Vinschgau heute vom Staufner Haus gestartet war, nach Pfronten wollte und sehr angetan von vielen “Mögglichkeiten” des Allgäus war.
Am Rangiswanger Grat fuhr der Eidgenosse Richtung Sigiswang ab und ich auf einem Höhenweg rüber zum Weiherkopf (1.665m), den ich vom Skifahren ganz gut kenne. Von oben sieht der letzte Anstieg zur Bergstation gar nicht so steil aus, aber der Garmin zeigte respektable 26%. Diesmal blieb ich im Sattel, aber auch nur weil der Wanderweg schön griffig ist.
Dank der nahegelegenen Bergstation der Hörnerbahn tummelte sich um den Weiherkopf und auf dem Aspaltsträsschen zum Berghaus Schwaben diverses Fussvolk. Also schnell weiter auf dem bis auf die letzten 100m durchgehend fahrbarem Wanderweg zum Riedberger Horn Grat:
Von dort führt ein gesplitteter Weg hinunter ins Skiparadies Grasgehren. Nach einem kurzen Stück auf der Riedbergpassstrasse zweigt links ein Karrenweg zur Schönbergalpe unterhalb des Schafskopfs ab.
An der Westseite führt zunächst ein Wiesenpfad und dann ein auch für mich komplett fahrbarer handtuchschmaler, schottriger Wanderweg mit einigen Spitzkehren um den Berg bis zur Dinjörgen Alpe.
Auf dem Teerstück nach der Alpe fuhr ich auf einen nur mit einer Trägerhose bekleideten Fully-Fahrer auf, der nicht ganz austrainiert war und was deshalb optisch nicht sehr vorteilhaft wirkte. Nach einem Gatter beugte er sich zu seinem Hinterrad hinunter und murmelte etwas von “Ich muss mal nach meiner Gangschaltung schauen”. Erst dachte ich, er scheut den Vergleich auf dem berüchtigten Trail nach Rohrmoos hinunter, aber später war ich froh, dass er nicht sah, wie ich den größten Teil des steinigen, steilen und stufendurchsetzten Trails hinunterschob… Ab Rohrmoos war dann lockeres Heimrollen angesagt. 5:34h 100km 1.991hm

Von Gunzesried über den Weiherkopf nach Rohrmoos
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Auf den Bärenkopf und rund ums Ofterschwanger Horn
Nach wochenlangem Dauerregen stand heute am zweiten Sommertag des Jahres die erste “richtige” MTB-Tour an. Umweltschonend rollte ich auf der kaum befahrenen alten B19 nach Immenstadt an. Am dortigen Friedhof beginnt die asphaltierte Auffahrt auf den Mittag, angeblich so benannt, weil er die Stadt mittags in den Schatten taucht. Zum Glück liegt die Auffahrt bis zur Mittelstation der Mittagbahn im Wald, denn die Steigungsanzeige des Garmin Edge 705 kletterte immer wieder auf bis zu 25% und es war nicht einfach, schneller als die Fußgänger zu fahren.
Von der Mittel- bis zur Bergstation auf 1450m ist dann nicht mehr so steil und man hat einen tollen Ausblick auf des Illertal und die Voralpen. Von der Bergstation führt ein fester Wanderweg hinüber zum 1476m hohen Bärenkopf, wo angeblich der letzte Bär im Allgäu erlegt wurde.
Als ich von dort auf dem südwestlichen Wanderpfad weiterfahren wollte, kam ein Biker hochgekurbelt, der sich als Freerider Martin vom Biketreff entpuppte. Gemeinsam fuhren wir über die Vordere Krumbachalpe auf einem steilen, kurvigen und welligem Asphaltsträsschen in Richtung Gunzesried.
Plötzlich hielt er an und zeigte auf einen Pfadabzweig. “Kennste den Weg? Bin ich grad hoch, ein bisschen steinig, aber flüssig zu fahren.”. Die Neugierde auf einen unbekannten Weg überwog gegenüber der Skepsis, inwieweit man als Normalbiker der Beschreibung eines Teilnehmer beim diesjährigen Specialized-Enduro-Ride am Gardasee vertrauen kann. Und anfangs sah der Weg auch recht vielversprechend aus:
Bald war für mich dann aber Schluss mit Fahren. Der enge, steile, schmierige und geröllübersäte Hohlweg war schon zu Fuss eine Herausforderung.
Nach ein paar Minuten Gestolpere kam ich dann aber doch heil am Ortsrand von Gunzesried an. Martin musste heim zum Mittagessen und ich fuhr noch eine Schleife über das Ostertal, vorbei an der Geißrückenalpe und dann rechts hoch in Richtung Ofterschwanger Horn. Am Ende des Forstwegs war 10 Minuten Bergauf-Schieben auf einem regendurchtränkten Wiesenpfad angesagt, wo ich vor 2 Jahren bergab mal bis zur Gabelkrone und unvorbereitet in ein Schlammloch eingetaucht war…
Nach einer Umrundung des Ofterschwanger Horns, vorbei an der Fahnengehrenalpe und slalomfahrend zwischen allerhand vom Weltcup-Express Sessellift hochgespültem Fussvolk ging es auf einer beschilderten Roller-Downhillstrecke hinunter nach Ofterschwang.
Die gefederten Roller kann man an der Talstation des Weltcup-Express ausleihen. Allerdings zeugen diverse Geradeaus-Bremsspuren vor einigen scharfen Kurven der mitunter recht steilen und schotterigen Abfahrt davon, dass dieses Vergnügen nicht ganz ungefährlich ist… 4:33h 77km 1.645hm















