Von Gunzesried über die Hörnerkette nach Rohrmoos

Das strahlende Sommerwetter lud heute zu einer Nord-Süd Befahrung der Hörnerkette ein. Nach 25km Einrollen wartete hinter Ettensberg die erste knackige Steigung, aber es kam noch viel dicker…

Nach ein paar Kilometern durchs Gunzesrieder Tal ging es links weg ins stille Ostertal:

Unscheinbar zweigt im hinteren Tal ein Asphaltsträsschen (Achtung Betretungsverbot  vom 1.11. bis 15.5.)   Richtung Rangiswanger Horn ab, das sich über 300 Höhenmeter meist mäßig steil bis zur Mitteralpe hoch schraubt.

Hinter der Alpe endet der Asphalt und es geht auf und ab bis zur Oberalpe.  Ab dort wird der Karrenweg immer steiniger und steiler, bis ich in einem Waldstück vom Rad musste. In diesem Moment zeigte der Steigungsmesser des Garmin Edge 705 sage und schreibe 30% an!  Nach kurzer Schiebepassage ging es weiter Richtung Rangiswanger Alpe. Dort traf ich einen schweizer Biker, der am zweiten Tag seiner 10-Tagestour ins Vinschgau heute vom Staufner Haus gestartet war, nach Pfronten wollte und sehr angetan von vielen “Mögglichkeiten” des Allgäus war.

Am Rangiswanger Grat fuhr der Eidgenosse Richtung Sigiswang ab und ich auf einem Höhenweg rüber zum Weiherkopf (1.665m), den ich vom Skifahren ganz gut kenne. Von oben sieht der letzte Anstieg zur Bergstation gar nicht so steil aus, aber der Garmin zeigte respektable 26%. Diesmal blieb ich im Sattel, aber auch nur weil der Wanderweg schön griffig ist.

Dank der nahegelegenen Bergstation der Hörnerbahn tummelte sich um den Weiherkopf und auf dem Aspaltsträsschen zum Berghaus Schwaben diverses Fussvolk. Also schnell weiter auf  dem bis auf die letzten 100m durchgehend fahrbarem Wanderweg zum Riedberger Horn Grat:

Von dort führt ein gesplitteter Weg hinunter ins Skiparadies Grasgehren. Nach einem kurzen Stück auf der Riedbergpassstrasse zweigt links ein Karrenweg zur Schönbergalpe unterhalb des Schafskopfs ab.

An der Westseite führt zunächst ein Wiesenpfad und dann ein auch für mich komplett fahrbarer handtuchschmaler, schottriger Wanderweg  mit einigen Spitzkehren um den Berg bis zur Dinjörgen Alpe.

Auf dem Teerstück nach der Alpe fuhr ich auf einen nur mit einer Trägerhose bekleideten Fully-Fahrer auf, der nicht ganz austrainiert war und was deshalb optisch nicht sehr vorteilhaft wirkte. Nach einem Gatter beugte er sich zu seinem Hinterrad hinunter und murmelte etwas von “Ich muss mal nach meiner Gangschaltung schauen”. Erst dachte ich, er scheut den Vergleich auf dem berüchtigten Trail nach Rohrmoos hinunter, aber später war ich froh, dass er nicht sah, wie ich den größten Teil des steinigen, steilen und stufendurchsetzten Trails hinunterschob… Ab Rohrmoos war dann lockeres Heimrollen angesagt.  5:34h 100km 1.991hm

Von Gunzesried über den Weiherkopf nach Rohrmoos

Von Gunzesried über den Weiherkopf nach Rohrmoos

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5-Tage-Woche

Nachdem ich am Sonntag aus lauter Verzweiflung über 7 Jahre Dauerregen im Allgäu 11km (im Regen) gejoggt bin und das bis gestern mit Muskelkater büßen musste, kam hier im Laufe der Woche langsam aber gewaltig endlich der Sommer durch. :-)

Am Montag war auf einer kalten und windigen Rennrad-Runde durchs Oberallgäu noch keine Sonne zu sehen. Die Freude über den fehlenden Niederschlag währte allerdings nur bis kurz vor Kempten: Auf den letzten 3km wurde ich dann doch noch “seuchnass” wie der Allgäuer sagt…  2:34h 70km 854hm

Am Dienstag standen gleich zwei MTB-Treffs auf dem Programm. Erst das Jugend-Vereinstraining des RSC Logwin Kempten unter Leitung von Robby Wittmann, bei dem auch Senioren mitfahren dürfen, und wo ich einen Trainingslager-Partner von 1994 wiedertraf. Die Jungs fuhren zwar recht flott, aber vorwiegend unspektakulär auf Forstwegen. Das Kontrastprogramm dazu gab es direkt im Anschluss beim IBC-Freeride-Bike-Treff. Flyman lotste uns zu einer Kalbsangstobel-Variante, die sich als reizvolles Trailmonster am Steilhang mit Bachdurchfahrten, morschen Brückenresten und Schlammpassagen entpuppte. Zwischendurch waren aber sogar für mich auch immer wieder ein paar Fahrmeter drin. ;-)   2:57h 52km 1.164hm

Ab Mittwoch schien endlich durchgehend die Sonne und nach 75km Warmfahren schloss ich mich beim Forumradeln der schnellen Gruppe an, diesmal geführt von “Turbo-Diesel” Luggi. An den ersten Anstiegen wünschte ich mich in die langsame Gruppe, denn es wurde bergauf genauso schnell gefahren wie im Flachen. In der Not entschloss ich mich dann, vorne neben Luggi zu fahren, denn wer vorne fährt bestimmt das Tempo.  So wurde es dann doch noch eine flotte aber angenehme Rennrad-Runde durch den Nordwesten Kemptens.  4:38h 133km 1.538hm

Am Donnerstag lies das Zeitmanagment nur eine kleine, lockere Rennrad-Ausfahrt in der warmen oberallgäuer Abendsonne zu. Vor dem Bachtelweiher rollte ich auf einen auf seinem Aufsatz liegenden Triathleten auf, der warum auch immer so langsam fuhr, dass ich ihn leider in entspannter Oberlenker-Haltung überholen musste…  2:10h 65km 598hm

Am Freitag wollte ich gerade aufs Rad steigen als mich über Twitter eine Direkt-Mail von Bloggerkollege Manuel erreichte, der sein neues Corratec Rennrad ausfahren wollte. Ich gabelte ihn unterwegs ihn Buchenberg auf und wir lernten uns auf einer schönen Runde über Westallgäuer Nebensträsschen erstmals persönlich kennen.  3:04h 92km 1.074hm

Rock ‘n Road Trentino

So lautet das Motto des Hotels Cristallo in Levico Terme im Trentino, wo ich das letzte, verlängerte Wochenende mit 7 Rennrad-Kollegen aus Augsburg bestens untergebracht war.

1. Tag: Auer – Faedo – Giovo – Cavalese – Truden – Auer

Vom Treffpunkt Auer ging es auf dem schön angelegten Etsch-Radweg flach bis San Michele. Im Aufstieg nach Faedo überholte uns ein weißhaariger Italiener mit einem ausgewaschenen Profi-Trikot aus den 80ern und Beinen wie der amtierende italienische Senioren-Bergmeister. Ich fuhr ein Stückchen mit ihm mit und erfuhr, dass ihm unser geplanter Aufstieg zu steil sei und er vorher abbiegen werde. Immerhin sei er bereits 71 Jahre alt und zeigte mir zum Beweis sogar unaufgefordert seinen Ausweis. :-)

Nachdem der alte Herr abgebogen war, schraubte sich das Strässchen tatsächlich ca. 1km lang  mit 18% nach oben und forderte ihr erstes Opfer: Jürgen brachte die Kurbel nicht mehr rum und drehte um.

Der Rest fuhr auf Nebenstrassen über Giovo weiter nach Cavalese, über den kaum spürbaren Passo San Lugano (1.097m) hinüber, hinauf in das Bergdorf Truden und über ein steiles Strässchen in der einsamen Gegend des dortigen Naturparks bergab zurück nach Auer. 4:36h 102km 1.688hm Sportics.net Aktivität


2. Tag: Kaiserjägerweg und Marcesina-Hochebene

Eine der wenigen geteerten ehemaligen Militärstrassen im Trentino ist der sogenannten Kaiserjägerweg, der von Caldonazzo (470m) über gut 10km hinauf zum Monterovere (1.255m) führt. Die Strasse verläuft zunächst ziemlich breit im Wald, wird dann im mittleren Teil immer enger und steiler und ist teilweise mit prachtvollen Ausblicken auf den See in den Fels gehauen.

Weiter ging es unter Begleitung eines Cannondale-fahrendenden Italieners, der mit landestypischer Begeisterung Fluffys Rad derselben Marke erkannt hatte (“Cannondale numero uno!”) zum Passo die Vezzena (1.403m), offensichtlich ein beliebter Motorradfahrer-Treffpunkt. Nach einer langen Abfahrt auf rustikaler Asphaltierung kehrten wir am Dorfplatz in Asagio zu “Spaghetti ragu” ein.
Der Junior-Chef unseres Hotels Daniele Acler hatte uns als Tipp eine neu gebaute Strasse zwischen Strigno und Gallio beschrieben. Nach einiger Suche entdeckten wird den Einstieg dazu hinter Foza und erreichten nach 300 Höhenmetern eine bizarre Hochebene auf ca. 1.350m mit einer felsbrockenübersäaten Wiesenlandschaft. Mitten darin liegt völlig einsam das Albergo Marcesina. Von der dortige Wirtin erfuhren wir, dass unsere geplante Abffahrtstrecke nach Strigno für Radfahrer gesperrt ist, und die Strasse überhaupt nur Einheimische benützen dürfen. Aha, deshalb hatte uns Daniele die Tour wohl in umgekehrter Richtung empfohlen…

Tatsächlich stand am Beginn der Abfahrt auch ein unübersehbares Verbotsschild. Aber es half nichts, jetzt umdrehen kam nicht in Frage. Ausgesprochen vorsichtig bremsten wir uns auf dem schmalen,  fast senkrecht in den Fels gehauenen Strässchen über 19 Kehren 1.100hm ins Tal hinunter. Offensichtlich zuviel für Fluffys Hinterreifen: Plattfuss. Obwohl uns zwei entgegenkommende Autofahrer unmissverständlich auf das Radfahrverbot aufmerksam gemacht hatten, empfingen uns im Tal  keine Carabinieri zwecks Ahndung der Übertretung. Auf dem durchgehenden Radweg im Val Sugana ging es dann mit Rückenwind zurück nach Levico Terme.  5:31h 115km 2.083hm Sportics.net Aktivität


3. Tag: Passo Manghen

1.600hm am Stück und angebliche 3.000hm insgesamt, diese Fakten spalteten unser Team. Die eine Hälfte wollte sich das nicht antun und entschied sich für eine kleinere Tour über den Passo del Redebus (1.453m). Die anderen wollten auf den 2.040m hoch gelegenen Passo Manghen und die Befahrung entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Auffahrt von Castelnuovo aus war zwar 23km lang, aber überwiegend nur mäßig steil. Die angegebenen 15% werden wohl nur im oberen Bereich erreicht.


Wenige Meter nach der Passhöhe befindet sich das Refugio Manghen, wo wir uns kurz für den Rest der Tour stärkten. Ausweislich der Tourenbeschreibung bei gpsies.com sollten auf der 40km langen Abfahrt durch das Tal von Molina nach Civezzana ein stetiges Auf und Ab mit ca. 1.400 restlichen Höhenmetern auf uns warten.

Bei der Gesamthöhenmeterangabe der Tour hat sich aber wohl ein kleiner Rundungsfehler eingeschlichen, denn tatsächlich ging es – abgesehen von zwei kleinen Gegenanstiegen – ausschließlich bergab.  Trotz Gegen- oder Seitenwind eine ideale Rollerstrecke für einen ehemaligen Straßenvierer-Meister. :-)
Spätestens jetzt wurde klar, dass die Entscheidung, die Tour entgegen dem Uhrzeigersinn zu fahren, richtig war. Anders herum wäre die Angelegenheit wohl recht zäh geworden. Bei Slacche führte der GPS-Track von gpsies.com leider auf die für Radfahrer gesperrte Hauptstrasse zwischen Trento und Caldenazzo. Nach kurzer Suche fanden wir aber einen parallel verlaufenden Radweg und landeten schließlich auf dem westlichen Weg um den Caldonazzo-See. Im Schlussanstieg zum Hotel trat Max plötzlich ins Leere: Kettenriss. Der örtliche Bike-Laden montierte ihm noch am Samstag Abend (!) eine neue Kette und stellte auch noch die Schaltung richtig ein. Top-Service. 5:14h 118km 2.239hm Sportics.net Aktivität


4. Tag: Kaiserjägerweg Teil 2

Zum abschließenden Bergrennen auf der reizvollen Auffahrt des Kaiserjägerwegs traten noch 6 der 8 Recken an. Max und Ralph fuhren schon zu Beginn ein hohes Tempo und so zog sich das dezimierte Feld rasch auseinander. Irgendwie musste das Gewitter in der Nacht zuvor Erdverschiebungen verursacht haben, denn die Rampen im mittleren Teil kamen mir um einige Prozente steiler vor. Vielleicht lag es aber auch nur an dem um 30 – 40 Schläge höheren Puls als 2 Tage zuvor. Schließlich war nach 44min der Scheitel- und Wendepunkt am Spiazo Alto erreicht. 1:30h 27km 930hm Sportics.net Aktivität

Rock ‘n Road Trentino 2010

Rock ‘n Road Trentino 2010

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Auf den Bärenkopf und rund ums Ofterschwanger Horn

Nach wochenlangem Dauerregen stand heute am zweiten Sommertag des Jahres die erste “richtige” MTB-Tour an. Umweltschonend rollte ich auf der kaum befahrenen alten B19 nach Immenstadt an. Am dortigen Friedhof beginnt die asphaltierte Auffahrt auf den Mittag, angeblich so benannt, weil er die Stadt mittags in den Schatten taucht. Zum Glück liegt die Auffahrt bis zur Mittelstation der Mittagbahn im Wald, denn die Steigungsanzeige des Garmin Edge 705 kletterte immer wieder auf bis zu 25% und es war nicht einfach, schneller als die Fußgänger zu fahren.

Von der Mittel- bis zur Bergstation auf 1450m ist dann nicht mehr so steil und man hat einen tollen Ausblick auf des Illertal und die Voralpen. Von der Bergstation führt ein fester Wanderweg hinüber zum 1476m hohen Bärenkopf, wo angeblich der letzte Bär im Allgäu erlegt wurde.

Als ich von dort auf dem südwestlichen Wanderpfad  weiterfahren wollte, kam ein Biker hochgekurbelt, der sich als Freerider Martin vom Biketreff entpuppte. Gemeinsam fuhren wir über die Vordere Krumbachalpe auf einem steilen, kurvigen und welligem Asphaltsträsschen in Richtung Gunzesried.

Plötzlich hielt er an und zeigte auf einen Pfadabzweig. “Kennste den Weg? Bin ich grad hoch, ein bisschen steinig, aber flüssig zu fahren.”.  Die Neugierde auf einen unbekannten Weg überwog gegenüber der Skepsis, inwieweit man als Normalbiker der Beschreibung eines Teilnehmer beim diesjährigen Specialized-Enduro-Ride am Gardasee vertrauen kann. Und anfangs sah der Weg auch recht vielversprechend aus:

Bald war für mich dann aber Schluss mit Fahren. Der enge, steile, schmierige und geröllübersäte Hohlweg war schon zu Fuss eine Herausforderung.

Nach ein paar Minuten Gestolpere kam ich dann aber doch heil am Ortsrand von Gunzesried an. Martin musste heim zum Mittagessen und ich fuhr noch eine Schleife über das Ostertal, vorbei an der Geißrückenalpe und dann rechts hoch in Richtung Ofterschwanger Horn. Am Ende des Forstwegs war 10 Minuten Bergauf-Schieben auf einem regendurchtränkten Wiesenpfad angesagt, wo ich vor 2 Jahren bergab mal bis zur Gabelkrone und unvorbereitet in ein Schlammloch eingetaucht war…

Nach einer Umrundung des Ofterschwanger Horns, vorbei an der Fahnengehrenalpe und slalomfahrend zwischen allerhand vom Weltcup-Express Sessellift hochgespültem Fussvolk ging es auf einer beschilderten Roller-Downhillstrecke hinunter nach Ofterschwang.

Die gefederten Roller kann man an der Talstation des Weltcup-Express ausleihen. Allerdings zeugen diverse Geradeaus-Bremsspuren vor einigen scharfen Kurven der mitunter recht steilen und schotterigen Abfahrt davon, dass dieses Vergnügen nicht ganz ungefährlich ist… 4:33h 77km 1.645hm