Camsports Nano Helmkamera

Ganz neu auf dem Markt der Helmkameras ist die ultraleichte und -kleine Videocam Camsports Nano, die ich vorletzte Woche mal ausprobieren konnte. Das Teil ist nur 68mm lang und 22g schwer und hat einen CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 736 x 480 Pixel bei 25 frames/sec. Fest eingebaut sind 4 GB Flash-Speicher und ein  angeblich 500 mal aufladbarer 260 mAh LI-Polymer Akku, der für 75 min Daueraufnahme reichen soll. Beim Öffnen der kompakten Verpackung kam folgendes zum Vorschein:

Camsports Nano Videokamera,
Zweiter Abschlussdeckel für Unterwasseraufnahmen (<10m Tiefe), USB-Anschlusskabel für PC und Ladegerät mit Netzstecker,
Plastiktrageriemen,
2 Kletthalterungen (1x flach, 1x breit),
3 Klettstreifen zum Aufkleben,
elastisches Klett-Kopfband,
Bedienungsanleitung auf englisch und französich.

Die Kamera lässt sich mit der breiten Kletthalterung am Helm (mit Schlitzen) befestigen oder mittels der flachen Kletthalterung am Kopfband oder den Klebeklettstreifen irgendwo am Rad. Sie hat an der Längsseite einen Ein-/Ausschaltknopf, einen kleine LED-Statusleuchte und einen Resetknopf. Am hinteren Ende befindet sich eine Schraubkappe, unter der eine Mini-USB-Buchse und das Mikrofon versteckt sind.  Beim Verbinden der Kamera mit dem PC wird sie (bei mir unter Windows 7, soll aber auch zu Win 98, ME, XP, Vista und Mac kompatibel sein) als Laufwerk erkannt und die Aufnahmen stehen als AVI-Dateien zur Verfügung.

Praxistest:

Positiv: Im Gegensatz zu meiner 176g schweren Oregon Scientific ATC 2000 spürt man die Camsports Nano auch nach längerer Fahrt am Helm nicht. Dank des geringen Gewichts wackelt sie auch nicht herum. Mittels Klettband und ggf. Tape/Kabelbinder lässt sie sich fast überall befestigen. Die Qualität der Aufnahmen erscheint mir besser als die der ATC 2000.

Negativ: Mit (langen) Handschuhen ist der Druckpunkt des Einschaltknopfes nicht zu spüren. Ein akustisches Signal wie bei der ATC 2000 gibt es ebenso wenig wie eine Akkustands- oder Restaufnahmezeitanzeige. Nach dem Drücken des Start-Knopfes dauert es einige Sekunden, bis die Aufnahme startet. Durch die Kletthalterungsmontage und fehlende Markierungen an der Kamera ist es nicht ganz einfach, sie horizontal exakt waagrecht auszurichten. Das größte Manko ist die offensichtliche Kälteempfindlichkeit der Kamera bzw. des Akkus trotz der angegebenen Betriebstemperatur von -20 bis +40 Grad. Während sie bei Zimmertemperatur einwandfrei funktionierte und mit einer Akkuladung 91min Video (3,24 GB) aufgezeichnet werden konnten, schaltete sie sich bei den derzeitigen einstelligen Temperaturen im Freien immer wieder während der Aufnahme von selbst und nach ca. einer halben Stunde Aufnahmezeit endgültig aus. Ein Neustart war vorher in der Regel erst nach Drücken des Reset-Buttons möglich. Über dessen Funktion schweigt sich die Bedienungsanleitung leider aus. Wenigstens bleiben die gespeicherten Avi-Files auch nach einem Reset erhalten. Eine “blinde” Bedienung am Helm ist daher nicht praktikabel. Man muss die Statusleuchte sehen, um zu wissen, ob aufgenommen wird oder nicht.

Fazit: Die Kamera ist mit 139,- € VK vergleichsweise günstig, sensationell leicht und klein, aber bei niedrigen Temperaturen – sofern mein getestetes Exemplar nicht eine Macke hatte – eigentlich nicht zu gebrauchen.

Update: Auf Wunsch noch zwei weitere Videos, einmal bei bewölktem Himmel und einmal bei Wechsel von Sonne und Schatten.

13 Gedanken zu “Camsports Nano Helmkamera

  1. Finde die Bildqualität wesentlich besser als bei den Oregons. Erstaunlich finde ich den integrierten Speicher trotz der kleinen Maße. Für das Geld definitiv eine Überlegung wert.

  2. Bildqualität finde ich auch super! Ebenso die Maße und das Gewicht. Lobenswert, dass der Hersteller einen akzeptablen Speicher mitliefert/einbaut.
    Die Geschichte mit dem Akku ist natürlich ärgerlich! Das sich ein Akku bei der Kälte schwer tut ist klar.
    Wenn aber auf der Packung eine Betriebstemperatur von -20 Grad angegeben ist, sollte sie zumindest die 30min am Stück durchhalten.

  3. Ich schließe mich da den anderen beiden an, die Bildqualität finde ich super! Akkulaufzeiten können sich ändern :-) An/ausschalten ist natürlich ein Problem aber zu verschmerzen! Bei dem Preis würde ich sie auch in die engere Wahl nehmen :-)

  4. Die Bildqualität scheint mir auch besser als bei der Oregon. Hast du eine Möglichkeit die Kamera noch Offroad zu testen? Würde mich sehr interessieren wie die Bildqualität dann aussieht. Bei der Oregon sieht man da einen grossen Unterschied.

  5. schönes ding! sowas brauch ich auch mal dringend, denn ich würde mal gerne einen berglauf im anstieg komplett durchfilmen und dann ein video auf einen coolen song zuschneiden. bin nur am überlegen wo ich das ding befestigen könnte, ich will ja nicht mit helm hochrennen:-) irgendwie am rücksack vielleicht…

    lg
    daniel

  6. Die Qualität ist prima. Ich hatte ja schon öfter überlegt mir so was mal zuzulegen.
    Da muss ich wohl wieder ein bisschen Platz auf meinem Wunschzettel machen! ;-)

  7. macht ja eigentlich ganz nette bilder fürs geld! hast du sie auch schon mal am mtb gefahren? das thema “bildstabilisierung” ist ja auch interessant bei helmkameras!

  8. Pingback: Trail View – zeig uns Deinen Lieblingstrail | test

  9. Pingback: Trail View – zeig uns Deinen Lieblingstrail - Nochmals vielen Dank an , helmkameras24de, für die Unterstützung, Kamera, Nano, Woche - frankentracks|de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s