Vor 10 Tagen war hier noch alles weiß, doch die Sonne und die zweistelligen Temperaturen der letzten Tage haben dem Schnee den Garaus gemacht. Höchste Zeit die Hometrails zu inspizieren. Erfreulicherweise war der Mariaberg heute morgen bis auf wenige schattige Stellen vollständig schneefrei und größtenteils trocken.
Bei der Auffahrt zum höher gelegenen Blender musste ich dann allerdings zweimal auf angetauten Schneeflecken absteigen und ein paar Meter schieben, was aber immer noch besser war als die Matschpassagen vor dem Dürren Bichl. Wegen ein paar hundert Metern Fahrtstrecke wollte ich mein Bike nicht einsauen und fuhr dort im Grenzbereich zwischen Schritttempo und Steckenbleiben. Zum Glück unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Auf dem Weg zum Schmidsreutter Windrad türmte sich dann eine imposante ca. 3 Meter hohe Mauer aus Schneeverwehungen neben mir auf, die dann aber leider auch bald den Weg selbst erreichte. Also wieder absteigen und schieben. Als Entschädigung gab es dann zum Schluss noch den freien und trockenen Kreuzwegtrail. 2:30h 34km 894hm
15 Grad und Sonnenschein – da war zum ersten Mal in diesem Jahr kurze Hose angesagt. Nachdem mich noch eine leichte Erkältung wegen Zugluft auf der Rolle (!) plagt, ging es ausgesprochen flach über Ottobeueren Richtung Westerheim. Dort sorgte ein freilaufender Schäferhund für einen erstmaligen Adrenalinausstoß. Dummerweise endete kurz danach der ausgeschilderte Radweg nach Memmingen in einem Feldweg. Auf dem Rückweg konnte ich aber noch rechtzeitig abbiegen, bevor mir der Köter nochmal vors Rad lief.
Meine Freunde von der einheimischen Landbevölkerung waren auch wieder zuhauf mit bis zur Oberkante gefüllten Jauchefässern unterwegs und brachten offensichtlich die gesammelten Ausscheidungen der letzten 5 Monate aus. Ein leeres Exemplar überholte mich dann nach Ungerhausen und gab mir eine Viertelstunde mit Tempo 50 Windschatten bis nach Wolfertschwenden. Da ich vorher eh schon die entsprechende Duftmarke angenommen hatte, war das gar nicht so unangenehm wie es auf dem Video aussieht.
3:49h 114km 744hm 133bpm Garmin Connect Daten
Wolfram Kurschat tut es, Racing-Ralph und viele andere auch: Sie trainieren ihren Gleichgewichts- und Koordinationssinn auf dem BalanceBoard. Als Grobmotoriker mit bescheidener Fahrtechnik das ideale Gerät für mich. Handwerklich geschickt kann man es sich auch selbst bauen. Zu eigenen Sicherheit habe ich mir das Teil aber lieber beim MTBikeshop in Ludwigshafen bestellt.
Das knapp 80cm lange Brett ist sehr solide aus Fiberglass gefertigt, soll 120kg aushalten und sieht aus wie ein Skateboard ohne Rollen. Auf der Unterseite hat es eine mittige Führungsschiene und zwei Begrenzungsblöcke. Die dazugehörige Kunststoffrolle (“Board Rock”) weist eine Aussparung auf, in welcher die Führungsschiene läuft. Mit dabei war noch ein 60-seitiges Handbuch mit diversen Übungsbeispielen.
Soweit bin ich am ersten Tag aber noch gar nicht gekommen. Es ist schon schwierig genug, das Teil sturzfrei zu besteigen und darauf zu stehen. “Ride at your own risk” steht nicht zu Unrecht auf dem Board. Aber auch wenn es auf dem Video nicht so aussieht, es ist spannend und macht großen Spaß. Allerdings haben das meine Buben auch schon entdeckt und wollen nur noch auf das “coole Brett”.
Ganz neu auf dem Markt der Helmkameras ist die ultraleichte und -kleine Videocam Camsports Nano, die ich vorletzte Woche mal ausprobieren konnte. Das Teil ist nur 68mm lang und 22g schwer und hat einen CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 736 x 480 Pixel bei 25 frames/sec. Fest eingebaut sind 4 GB Flash-Speicher und ein angeblich 500 mal aufladbarer 260 mAh LI-Polymer Akku, der für 75 min Daueraufnahme reichen soll. Beim Öffnen der kompakten Verpackung kam folgendes zum Vorschein:
Camsports Nano Videokamera,
Zweiter Abschlussdeckel für Unterwasseraufnahmen (<10m Tiefe), USB-Anschlusskabel für PC und Ladegerät mit Netzstecker,
Plastiktrageriemen,
2 Kletthalterungen (1x flach, 1x breit),
3 Klettstreifen zum Aufkleben,
elastisches Klett-Kopfband,
Bedienungsanleitung auf englisch und französich.
Die Kamera lässt sich mit der breiten Kletthalterung am Helm (mit Schlitzen) befestigen oder mittels der flachen Kletthalterung am Kopfband oder den Klebeklettstreifen irgendwo am Rad. Sie hat an der Längsseite einen Ein-/Ausschaltknopf, einen kleine LED-Statusleuchte und einen Resetknopf. Am hinteren Ende befindet sich eine Schraubkappe, unter der eine Mini-USB-Buchse und das Mikrofon versteckt sind. Beim Verbinden der Kamera mit dem PC wird sie (bei mir unter Windows 7, soll aber auch zu Win 98, ME, XP, Vista und Mac kompatibel sein) als Laufwerk erkannt und die Aufnahmen stehen als AVI-Dateien zur Verfügung.
Praxistest:
Positiv: Im Gegensatz zu meiner 176g schweren Oregon Scientific ATC 2000 spürt man die Camsports Nano auch nach längerer Fahrt am Helm nicht. Dank des geringen Gewichts wackelt sie auch nicht herum. Mittels Klettband und ggf. Tape/Kabelbinder lässt sie sich fast überall befestigen. Die Qualität der Aufnahmen erscheint mir besser als die der ATC 2000.
Negativ: Mit (langen) Handschuhen ist der Druckpunkt des Einschaltknopfes nicht zu spüren. Ein akustisches Signal wie bei der ATC 2000 gibt es ebenso wenig wie eine Akkustands- oder Restaufnahmezeitanzeige. Nach dem Drücken des Start-Knopfes dauert es einige Sekunden, bis die Aufnahme startet. Durch die Kletthalterungsmontage und fehlende Markierungen an der Kamera ist es nicht ganz einfach, sie horizontal exakt waagrecht auszurichten. Das größte Manko ist die offensichtliche Kälteempfindlichkeit der Kamera bzw. des Akkus trotz der angegebenen Betriebstemperatur von -20 bis +40 Grad. Während sie bei Zimmertemperatur einwandfrei funktionierte und mit einer Akkuladung 91min Video (3,24 GB) aufgezeichnet werden konnten, schaltete sie sich bei den derzeitigen einstelligen Temperaturen im Freien immer wieder während der Aufnahme von selbst und nach ca. einer halben Stunde Aufnahmezeit endgültig aus. Ein Neustart war vorher in der Regel erst nach Drücken des Reset-Buttons möglich. Über dessen Funktion schweigt sich die Bedienungsanleitung leider aus. Wenigstens bleiben die gespeicherten Avi-Files auch nach einem Reset erhalten. Eine “blinde” Bedienung am Helm ist daher nicht praktikabel. Man muss die Statusleuchte sehen, um zu wissen, ob aufgenommen wird oder nicht.
Fazit: Die Kamera ist mit 139,- € VK vergleichsweise günstig, sensationell leicht und klein, aber bei niedrigen Temperaturen – sofern mein getestetes Exemplar nicht eine Macke hatte – eigentlich nicht zu gebrauchen.
Update: Auf Wunsch noch zwei weitere Videos, einmal bei bewölktem Himmel und einmal bei Wechsel von Sonne und Schatten.
Endlich kein Salzwasser mehr auf den Strassen: endlich mal wieder mit Rennrad draußen unterwegs. Vorher zog ich noch flugs neue Conti Grand Prix 4 Season Reifen mit der “Technologie aus der Hölle des Nordens” auf. Und da man es im Alter gern etwas komfortabler hat, in der 25 mm breiten Version. Mit 7 bar aufgeblasen rollen sie respektabel und die diversen leichten Frostschäden, Radwegauf- und abfahrten, Bahngleise etc. auf der Runde durchs Unterallgäu schlugen spürbar weniger durch als bei meinen Conti GP 4000 Sommerreifen. Über die Pannensicherheit lässt sich nach den ersten 111km natürlich noch nichts sagen, aber bis jetzt bin ich positiv überrascht.
Der Wind blies heute wieder recht frisch und kräftig, aber es machte trotzdem großen Spaß statt mit dem GT Zaskar mal wieder mit dem über 4kg leichteren Rennrad zu fahren.
Auf dem Rückweg überholte mich vor Dietratried ein blaues Quad mit Versicherungskennzeichen. In einem Anfall geistiger Umnachtung, mit letzter Kraft und in der Erwartung einer nachfolgenden lockeren Windschattenfahrt kämpfte ich mich in der Abfahrt vor der Ortschaft an das Gefährt ran. Es fuhr zwar nur mit konstant 42km/h, aber durch den starken Seitenwind bot es irgendwie überhaupt keinen Windschutz. Aber nachdem ich schon mal dran war und der Fahrer ständig in seine Rückspiegel sah, versuchte ich mir die Anstrengung und den 170er Puls nicht anmerken zu lassen. Am Ortseingang von Wolfertschwenden war dann aber Schluss: Um die 10%ige Steige nicht hochschieben zu müssen, lies ich abreissen… 4:04h 111km 929hm 135bpm Garmin Connect Daten